Gestern hatte ich die Möglichkeit, zusammen mit meinen Bandkollegen Tino & Jule Bakkushan in Dresden zu sehen. Okay, nennen wir es nicht gleich Dresden: es war Weixdorf - weit, weit weg von zuhause. Ein kleiner Mehrzweckacker diente als Tanzfläche. Das Ganze lief unter dem Namen "Rock auf dem Acker". Unkreativer Name, wohl wahr - doch das Festival an sich ist wirklich eine gute Sache. Einige durchaus respektabel musizierende Nachwuchsbands gaben sich im Bandcontest die Ehre, das Essen war studentenpreisig und das Beste: die Tickets waren kostenlos. An dieser Stelle ein riesiges Dankeschön an die zahlreichen, ehrenamtlichen Mitarbeiter! Dies war auch der Grund, warum ich mich überhaupt bequemte, raus in die Prärie zu fahren. Bakkushan war mir bis dahin kein wirklicher Begriff, trotz MTV-All Eyes On, trotz Musikvideos. Umso unvoreingenommener, gespannter und überraschender gestaltete sich das Betrachten & Mittanzen beim Auftritt der vier Mannheimer. Oh - Mannheim...war da nicht was? Genau: MBWTEYP, The Intersphere (übrigens in der Danksagung des Albums vertreten) und andere erstklassige Kappellen kommen von dort. Ob es dort ein Nest gibt?
Was sich dann letztenendes auf der winzigen Bühne abspielte, war phänomenal. Aufwändige Arrangements und spieltechnische Perfektion, zusammengeklebt zu massiv tanzbaren und gleichermaßen abgehenden Songs ließen irgendwann selbst die verklemmtesten Zuschauer mitzappeln. Mir war nicht bewusst, wie schön deutschsprachige Rockmusik doch sein kann.
Anschließend ließen sich die sehr bodenständigen, netten Bandmitglieder am Merchstand abfangen, genug Zeit zum Quatschen und Fotos machen war vorhanden. Unsere Bahn kam erst halb zwei. Jule lies sich nicht lumpen und ergatterte für 15€ das Debutalbum der Truppe, Scheiben-Siegel folgt demnächst hier.
Viel mehr kann ich gar nicht sagen. Wärmste Konzertempfehlung, falls sich Bakkushan mal in eure Stadt begeben. Sowohl für Ich-will-einfach-nur-tanzen-Zuschauer als auch für den Musikkritiker wird sich mit Sicherheit ein vollends zufriedenstellender, lohnender Abend ergeben.
Und nun frisch auf den Tisch: ein akustischer und visueller Leckerbissen: das Musikvideo zu "Alles war aus Gold". Macht's gut.
PS: Wikipedia meint: "Der Name der Band stammt aus dem Japanischen und beschreibt sinngemäß „eine Frau, die von hinten besser aussieht als von vorne“."



